Aktivitäten
Mobbing - Bullying an Schulen in der Steiermark

„Mobbing – Bullying, doch nicht mit mir“, 
sagen alle Betroffenen. Doch Studien beweisen, dass bereits von der Volksschule aufwärts gemobbt wird.

Wenn folgende Punkte eintreten, handelt es sich eindeutig um Mobbing:
1. Kräfteungleichgewicht: Das Opfer steht einem oder mehreren Tätern alleine gegenüber.
2. Häufigkeit: Die Übergriffe erfolgen mindestens einmal pro Woche.
3. Dauer: Die Übergriffe erfolgen über einen längeren Zeitraum (Wochen, Monate).
4. Konfliktlösung: Das Opfer kann oder will sich nicht wehren und ist somit aus eigener Kraft nicht in der Lage, das Mobbing zu beenden. Es braucht Unterstützung.

Mobbing oder Bullying tritt auf durch aktive Aggression:
* Verspotten,
* lächerlich machen
* ausschliessen
* auslachen
* nicht mitspielen lassen
* schubsen
* treten
* zwicken
* beißen
* schlagen.

Cybermobbing:
* Ärgern via SMS/Internet
* Happy slapping
* Drohungen via SMS/Internet
* Ausschließen aus sozialen Netzwerken

Warum wird gemobbt?
* Täter will Ziel erreichen
* Macht ausüben, andere dominieren,
* Anerkennung in der Gruppe/Klasse bekommen.
* Er findet sein Verhalten COOL, von positiven Gefühlen (Spaß, Freude) beeinflusst.

Zivilcourage der MitschülerInnen und LehrerInnen ist  gefragt.
* Meist sind 88 % der MitschülerInnen Zeugen, aber nur 20 % greifen aktiv ein.
* 60 % der Mobbingfälle könnten durch Eingreifen der MitschülerInnen sofort beendet werden.
* Zuschauen und nichts dagegen unternehmen stärkt den Täter!

Umwelt:
* Erwachsene sind Vorbilder
* Erziehungsverhalten
* NULL-Toleranz für aggressives Verhalten
* Schutz von Opfern
* klare Missbilligung der Tat, aber der Täter darf nicht zur „Sau“ gemacht werden, er muss als Mensch respektiert werden.

Häufigkeit von Mobbingfällen: Österreich liegt im Spitzenfeld der untersuchten Länder. Im Alter von 15 Jahren sind 12 % der Mädchen und 30 % der Buben als Risikogruppe einzustufen.

Gegenmaßnahmen:
* Gemeinsam gegen Gewalt und für Fairness in der Gruppe/Klasse eintreten. Einzelkämpfende Lehrer bringen keinen Erfolg!
* Opfer, die ausgeschlossen werden, fühlen sich wütend, einsam und elend.
* Kinder müssen ernst genommen werden.
* Die Schuld darf nicht bei Opfer gesucht werden.
* Klärung der Situation (ist Wiederholung gegeben?).
* Information der Schule (KV bzw. Direktion)

Kompetenz an der Schule:
* Sachverhalt durch feinfühlige Lehrer analysieren.
* Struktuiert mit allen Beteiligten (Opfer, Täter, Eltern, Gruppen) Einzelgespräche führen.
* Zuletzt Zusammenführung von Opfer und Täter.
* Therapien (SPZ-LehrerInnen, Schulpsychologen, …)
* Dem Täter muss klargestellt werden, dass gegenüber Gewalt NULL-Toleranz besteht und diese Gewalt sofort beendet werden muss.
* Konfrontation mit der Tat. Es soll versucht werden, eine Tateinsicht herzustellen.
* Wiedergutmachung soll angestrebt werden.

Vorbeugende Maßnahmen an der Schule bzw. in Klassen als Projektarbeit.

Untersuchung über Mobbing/Bullying in der Steiermark (Arbeiterkammer)
* Pausenzeit = Mobbingzeit.
* Angriffe erfolgen mehrmals im Monat.
* Immer die gleichen SchülerInnen.
* Nicht jeder, der etwas bemerkt, tut etwas.
* Handy und Soziale Netzwerke machen Mobbing einfacher.

Warum passiert trotzdem in unseren Schulen nicht mehr? Die SchülerInnen gehen grundsätzlich gerne in die Schule und fühlen sich in der Schule auch wohl! Ohnmacht der unterrichtführnden Lehrer führt zum Zerfall der Klasse und zur Führungslosigkeit bzw. Unterrichtsunfähigkeit von SchülerInnen, Gruppen und Klassen.

It’s never too late to cooperate.